Menschenrechtsverteidigerinnen auf der ganzen Welt werden verfolgt und angegriffen aufgrund ihrer Arbeit zur Förderung des Friedens, der Gerechtigkeit und des sozialen Wandels. Zwar werden auch männliche Aktivisten aufgrund ihrer Arbeit bedroht und angegriffen, die Attacken gegen Frauen sind oftmals aber auch geschlechtsspezifisch, unter anderem durch den Einsatz und die Androhung von sexueller Gewalt, Beschimpfungen und Belästigungen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Frauen die kulturellen Normen und Traditionen (Rolle und Stellung der Frau, sexuelle Orientierung, etc.) herausfordern. pbi begleitet Organisationen, die sich für Frauenrechte engagieren und sich für Gleichberechtigung, Chancengleichheit und die Einbeziehung von Frauen in den politischen und wirtschaftlichen Alltag einsetzen.
 

Exemplarisch werden im Folgenden einige von pbi begleitete Menschenrechtsorganisationen zum Arbeitsschwerpunkt „Frauenrechte“ vorgestellt:

Bunge la Wamama (Kenia)
Seit 2008 bietet die Frauenbewegung Bunge la Wamama (Parlament der Frauen an der Basis) eine Plattform für Frauen, die vom politischen und wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen sind. Sie arbeitet mit Frauengruppen, feministischen Gruppen und anderen NGOs, um ein Netzwerk aufzubauen. Mitglieder der Bewegung sind Angriffen und sexueller Gewalt ausgesetzt, weil sie sich für die Gleichberechtigung von Frauen einsetzen. Seit 2015 begleitet pbi die Organisation, die aus der nationalen Bewegung Bunge la Mwananchi hervorgegangen ist.

Im November 2016 stellte pbi Kenia zudem ein Toolkit für weibliche Menschenrechtsverteidigerinnen vor.

Consorcio (Mexiko)
Consorcio setzt sich für die Menschenrechte der Frau, Geschlechtergerechtigkeit und politische Partizipation von Frauen ein. Neben der Einflussnahme auf politische und gesetzgebende Prozesse informiert Consorcio Frauen über ihre Rechte und befähigt sie, sich dafür einzusetzen. Ziel sind eine partizipative, demokratischere Gesellschaft, Gerechtigkeit und soziale Inklusion. Im Bundesstaat Oaxaca haben sich die Angriffe gegen Menschenrechtsverteidigerinnen seit 2012 verdreifacht. Somit ist Consorcio mit ihrer Schlüsselrolle in der Zivilgesellschaft Oaxacas besonders gefährdet. Mit der Unterstützung Consorcios trägt pbi auch zum Schutz weiterer Menschenrechtsverteidiger_innen bei.

AMISMAXAJ, Verein der indigenen Frauen von Santa María Xalapán (Guatemala)
AMISMAXAJ wurde im Februar 2004 als Verein von Arbeiterinnen im Bezirk Jalapa gegründet und im Juni des gleichen Jahres in den sog. „Frauensektor“, eine Dachorganisation verschiedener Organisationen, integriert. Derzeit gehören AMISMAXAJ 75 Frauen an, die 15 indigene Xinka-Gemeinden der Berge von Santa Maria Xalapán vertreten. AMISMAXAJ arbeitet auf lokaler und nationaler Ebene und engagiert sich gegen jegliche Form von patriarchalischer, neoliberaler, rassistischer sowie homo- und lesbophober Unterdrückung.

Gladys Lanza Ochoa (Honduras)
Gladys Lanza Ochoa ist die Koordinatorin des „Movimiento de Mujeres por la Paz Visitación Padilla“, las “Chonas”, einer Organisation, die sich 1984 gründete und die die Gewalt an Frauen in Honduras in Frage stellt. Ihre Arbeit konzentriert sich auf den Kampf gegen Gewalt an Frauen, die Diskriminierung der Frauen im öffentlichen und privaten Bereich und die Ungleichheit von Frauen und Männern im Bereich der Arbeit. Gladys Lanza wird seit Juli 2015 von pbi begleitet.


Publikation: „Dignidad — Mujeres que sueñan, tejen y crean paz“

DignidadInhalt: Mit dieser Publikation wollen wir die Arbeit würdigen, die von uns begleitete Menschenrechtsverteidigerinnen tagtäglich leisten. Dazu haben wir unter anderem die Menschenrechtsverteidigerinnen Andrea Torres (Kolumbien), Dina Meza (Honduras) und Yésica Sánchez (Mexiko) interviewt.

>> Dignidad — Mujeres que sueñan, tejen y crean paz (spanisch)



 

Publikation von pbi UK: Women human rights defenders: Empowering and Protecting the Change-Makers

Women human rights defenders: Empowering and Protecting the Change-Makers

Inhalt: Die Frauen, die im Oktober 2012 auf der Konferenz „Women human rights defenders: Empowering and protecting the change-makers“ zu Wort kamen, sprechen für alle weiblichen Menschenrechtsverteidiger weltweit. Ihre Geschichten stellen die Herausforderungen und Wiederstände dar, denen sie gegenüberstehen, und zeigen die Notwendigkeit auf, diese Frauen zu unterstützen und zu schützen, die ihr Leben riskieren, um die Rechte Anderer zu verteidigen.

>> Women Human Rights Defenders: Empowering and Protecting the Change-Makers (Englisch)


 

Bericht zur Situation der Menschenrechtsverteidigerinnen (WHRDs) weltweit

Bericht zur Situation der Menschenrechtsverteidigerinnen weltweit

The Women Human Rights Defenders International Coalition (Hrsg.): Global Report on the Situation of Women Human Rights Defenders. Januar 2012.

Inhalt: Die Publikation zielt darauf ab, die Anerkennung der Menschenrechtsverteidigerinnen zu steigern, die Gewalt und Menschenrechtsverletzungen, denen die Frauen ausgeliefert sind, öffentlich darzustellen sowie die internationalen Rahmenbedingungen aufzuzeigen, die Menschenrechtsverletzungen immer noch möglich machen.

Dazu bietet der internationale Bericht eine umfassende Analyse sowohl des Umfelds, in dem Menschenrechtsverteidigerinnen ihre Arbeit ausführen, als auch der Verbrechen, denen sie aufgrund ihres Geschlechts und/oder ihrer Arbeit zur Verteidigung der Frauen- und sexuellen Rechte ausgeliefert sind. Dabei illustrieren 43 Fallbeibeispiele spezifische Trends und beleuchten konkrete Erfahrungen der Frauen.

peace brigades international ist eines von 25 Mitgliedern der Women Human Rights Defenders International Coalition (WHRD IC), einem internationalen Netzwerk, welches sich zum Ziel gemacht hat, die Menschenrechtsverteidigerinnen weltweit zu schützen und zu unterstützen.

Lesen Sie den vollständigen Bericht: >> Global Report on the Situation of Women Human Rights Defenders (English)