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In Guatemala, dem „Land der Bäume“, zeigen sich deutlich jene Probleme, die den gesamten lateinamerikanischen Kontinent lähmen und unter ihrer Kontrolle zu haben scheinen: Extreme soziale Ungleichheit, insbesondere die gewaltsame Unterdrückung der indigenen Bevölkerung, korrupte Eliten und die Ausbeutung von Natur und Mensch durch transnationale Konzerne drohen sich durch den Vormarsch der Rechten noch weiter zu verschärfen.

Chico Mendes Tour - Zuschauen ist keine HaltungIn Pachaj, einem Dorf im westlichen Hochland Guatemalas, gründete Armando Lopez vor 20 Jahren das Wiederaufforstungsprojekt Chico Mendes. Er verbindet dabei von Anfang an zwei Themen, die immer noch viel zu selten miteinander in Zusammenhang gesetzt werden, und deren Auswirkungen sich nicht nur auf Lateinamerika beschränken, sondern uns global etwas angehen: Der Kampf gegen Umweltzerstörung und Klimawandel wird zu einem Kampf für Gleichberechtigung und Partizipation der entrechteten Landbevölkerung, deren Lebensgrundlagen wie Boden, Wald und Trinkwasser unwiederbringlich zerstört werden.

Es geht also um die großen Probleme unserer Zeit, aber vor allem darum, wie wir ihnen entgegentreten:

Intelligenter, pazifistischer und internationaler Widerstand.

Das Projekt Chico Mendes hat seinen eigenen Weg des aktiven Protestes gegen Landraub, Umweltzerstörung und Bevormundung gefunden. Geprägt von einem über 30 jährigen Bürgerkrieg und unter dem Druck einer korrupten politischen Elite fand Armando neue Widerstandsformen für einen alten Kampf: „No al las armas, si a la inteligencia!“

Seine Waffen sind die Bäume.

Chico Mendes Tour - Zuschauen ist keine HaltungIm Projekt werden geschützte Baumarten gepflanzt oder solche, die geschützte Tierarten anlocken, sodass man die aufgeforsteten Bereiche unter Schutz stellen kann. Dank dieser Strategie lassen sich Privatisierungen und andere unerwünschte Eingriffe in Zukunft präventiv verhindern. Die Verantwortlichen werden bewusst in einen Legalitätskonflikt getrieben.

Da die korporative Ausbeutung durch Regierung und transnationale Unternehmen global vernetzt stattfindet, muss auch der Kampf für eine lebenswerte Zukunft für alle – wie ihn das Projekt Chico Mendes führt — im Rahmen des Internationalen stattfinden.

Bei der Veranstaltungsreihe „Chico Mendes Tour 2019“ wird über die Menschenrechtslage in Guatemala unter anderem mit Gastbeiträgen von den peace brigades international berichtet. Außerdem stellen Armando Lopez und Odilser Yac das Projekt Chico Mendes als Widerstandsform vor. Bei der anschließenden Diskussionsrunde wollen wir uns, gemeinsam mit allen Anwesenden, mit der Möglichkeit eines gemeinsamen Kampfes auseinandersetzen. Vereint unter der zentralen Frage der Klimagerechtigkeit soll die Solidarität – von bestehenden sozialen Bewegungen bis zu den Universitäten und Schulen – zum zentralen Ziel erhoben werden.

Das Universum der Projekte – von Deutschland bis Pachaj – existiert bereits. Es wartet nur darauf, sich zu verbinden.

Termine:

Hannover, 02.05.2019 um 19 Uhr im „Neue Schwanenburg“, Zur Schwanenburg 11, 30453 Hannover
Democracy in Motion-Forum „Menschenrechte und Demokratie in Lateinamerika“, in Kooperation mit peace brigades international und Proterra e.V.

Hamburg, 14.05.2019 um 19 Uhr im Centro Sociale, Sternstraße 2, 20357 Hamburg
in Kooperation mit peace brigades international

Hamburg, 16.05.2019 um 19 Uhr im Café Knallhart (Uni Hamburg), Allende-Platz 1, 20146 Hamburg
in Kooperation mit peace brigades international und Zapapres e.V.

Hamburg, 17.05.2019 um 20 Uhr Soli-Party im Café Knallhart (Uni Hamburg), Allende-Platz 1, 20146 Hamburg

Münster, 23.05.2019 um 18:30 Uhr in der Baracke (WWU Münster), Scharnhorststraße 100, 48151 Münster

Berlin, 03.06.2019 um 18 Uhr in der Humboldt Universität zu Berlin (Der genaue Ort wird noch bekannt gegeben)
 

Der ehemalige pbi-Freiwillige Andreas Lo Grasso wird am 2. Mai in Hannover und am 14. und 16. Mai in Hamburg als Gastredner dabei sein.