21.3.2021 – Mehr denn je spielen junge globale Bewegungen eine wichtige Rolle, um Ungerechtigkeiten entgegen zu treten. Sie zeigen, worum sich die Welt in Zukunft drehen muss: um Anti-Rassismus und Klimagerechtigkeit. Wie sich pbi gegen rassistische Strukturen und für Umweltaktivist:innen einsetzt, erfahrt ihr hier.

In diesem Jahr steht der Internationale Tag gegen rassistische Diskriminierung unter dem Motto „Jugend steht auf gegen Rassismus“. Es ist an der Zeit, jungen Menschen nicht nur zuzuhören, sondern sie in Entscheidungen, die ihre Zukunft betreffen, mit einzubeziehen. Weltweite Bewegungen wie Black Lives Matter aber auch Fridays for Future werden immer stärker und wollen gehört werden.

Obwohl das Jahr 2020 von der Covid-19 Pandemie geprägt war, führte es gleichzeitig vor Augen, was in der Welt schiefläuft. Denn was sowohl die Anstrengung um globale Klimagerechtigkeit, als auch der Kampf gegen Rassismus bis jetzt nicht schaffen konnten, hat die Pandemie binnen kürzester Zeit erreicht: die Aufmerksamkeit der Regierungen und Institutionen, die auf schnellstem Wege viel Geld investieren und dabei eifrig nach Lösungen suchen – denn auf einmal geht es auch dem Globalen Norden an den Kragen.

Klimawandel und Rassismus sind eng miteinander verwurzelt

So wie die Pandemie zeigt auch der Klimawandel, wie sehr struktureller Rassismus in unseren Systemen verankert ist. Geschichtlich ist ein sich veränderndes Klima auf die Verknüpfung von Kolonialismus, Kapitalismus und Industrialisierung zurück zu führen. Die rassistische Gewaltherrschaft über den Globalen Süden brachte Krankheiten, Ausbeutung und den Kollaps der Ökosysteme mit sich.

Auch heute stoßen die Länder des Globalen Südens am wenigsten Treibhausgase aus, erleben jedoch die schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise. Überschwemmungen, Dürren und Wirbelstürme haben weitreichende Folgen nicht nur für die Umwelt, sondern verstärken auch die globale Ungleichheit. Beim Lösungsansatz des Geoengineerings zeigt sich ebenfalls, dass die riskanten, technischen Lösungen größtenteils dem Globalen Norden zugutekämen, der Globale Süden aber wieder mit den Konsequenzen des Landraubs leben müsste.

Klimaaktivismus muss intersektional gedacht werden

Genozid NebajUmweltrassismus – eine Form des systemischen Rassismus weltweit und darüber hinaus die Schädigung der Lebensverhältnisse im Globalen Süden durch die Erfüllung des Lebensstandards im Globalen Norden – kennzeichnet sich auch darin, dass die Debatte um Klimagerechtigkeit verstärkt mit Vertreter:innen des Globalen Nordens geführt wird, während Stimmen aus dem Globalen Süden meist ignoriert werden. So auch im Falle von Vanessa Nakate, einer jungen Klimaaktivistin aus Uganda, die erst berühmt wurde, nachdem sie den Rassismus einer Presseagentur anprangerte, die sie aus einem Foto herausschnitt, auf dem neben Greta Thunberg drei weitere weiße Europäerinnen zu sehen waren. „Ihr habt nicht nur ein Foto gelöscht, ihr habt einen ganzen Kontinent gelöscht!“ klagte sie an.

Hierbei wird eines klar: Klimaaktivismus wird weltweit immer noch als weiße Bewegung wahrgenommen. Dabei leisten indigene Menschen im Globalen Süden schon immer Widerstand in antikolonialen Kämpfen und setzten sich für Umweltschutz und Landrechte ein, die globale Plattform wird ihnen jedoch nicht gegeben. „Klimagerechtigkeit richtet sich gegen alle Dimensionen von Unterdrückung“ sagt auch die Deutsche Klimaaktivistin Imeh Ituen. Nur eine intersektionale Betrachtung könne für ein umfassendes Verständnis für die Klimakrise sorgen.

Was pbi für Umweltaktivist:innen tut

Den Lebensrealitäten von Menschen im Globalen Süden fehlt oft die weltweite Aufmerksamkeit. Viele der pbi-Projekte begleiten vor allem indigene Umweltaktivist:innen, die meist starken Bedrohungen ausgesetzt sind. Ein Beispiel ist Guatemala, wo die Angehörigen der indigenen Völker der Maya, Xinka und Garífuna auch nach Ende der Kolonialzeit zu den benachteiligten Bevölkerungsgruppen des Landes zählen und immer wieder durch Menschenrechtsverletzungen rund um die großen Wirtschaftsprojekte gefährdet sind.

Um genau diesen Menschen Aufmerksamkeit zu verschaffen, gründete pbi Deutschland 2019 die Aktionsgemeinschaft SüdNord. Sie will Klimaaktivist:innen aus dem Globalen Süden Gehör verschaffen und diese mit Aktivist:innen aus dem Globalen Norden vernetzen. Auch dazu sollen gegenseitige pbi Besuchsreisen in Zukunft dienen.

Am 25.3.21 findet außerdem eine Online-Diskussion zur neu erschienenen Publikation von Mitgliedsorganisationen des Runden Tisches Zentralamerika statt: „Aus Recht wird Unrecht! – Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger:innen in Zentralamerika“.

Möchtest du dich auch dafür einsetzen, dass Stimmen aus dem Globalen Süden gehört werden? Dann kannst du dich gerne unserer AG SüdNord anschließen oder unsere deutschlandweiten Regionalgruppen kontaktieren.

Der Internationaler Tag zur Beseitigung rassistischer Diskriminierung wurde 1966 von der UN ausgerufen, um an die 69 friedlichen Demonstrant:innen zu erinnern, die am 21. März 1960 auf einer Anti-Apartheidskundgebung in Sharpville, Südafrika erschossen wurden.

Text: Kristin MenzelButton_jetzt spenden