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Bereits die Corona-Pandemie trug in Zentralamerika zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen bei, nun hat diese Region zusätzlich mit schweren Verwüstungen durch die Hurrikans ‚Eta‘ und ‚Iota‘ zu kämpfen. Häuser und Ernten wurden durch die starken Tropenstürme zerstört, Siedlungen durch kaputte Straßen, Brücken und Stromleitungen vollständig isoliert und das Schwerwiegendste: Menschen verloren ihr Leben. pbi bekundet Solidarität mit den betroffenen Menschen und Gemeinschaften.

pbi Guatemala, pbi Honduras und pbi Nicaragua äußern große Besorgnis über die Folgen dieser schweren Naturkatastrophen. Die durch die Hurrikans ausgelösten Erdrutsche und starken Regenfälle haben die Ernten und Häuser der Bevölkerung zerstört, den Menschen fehlt es am Notwendigsten. 

Auswirkungen des Hurrikans ‚Eta‘ (Kategorie 4) in…

…Guatemala

Guatemala war von den Auswirkungen des Hurrikans ‚Eta‘ stark betroffen. Die Folge: mindestens 150 Todesfälle (Stand: 11.11.2020). Die guatemaltekische Regierung berichtete am 11. November 2020 zudem von 373.000 Betroffenen sowie 93.000 evakuierten Menschen. Es wurden rund 23.000 Häuser, 238 Schulen sowie 31.500 Hektar Nutzpflanzen zerstört.

Die von pbi Guatemala begleiteten Organisationen, besonders jene aus der Region Alta Verapaz, dort wo die Bevölkerung bereits vor der Naturkatastrophe unter extremer Armut litt, haben eine belastende Situation geschildert. Die Gemeinden berichten, dass die örtlichen Wasserkraftwerke die Schleusen geöffnet haben, um den Druck auf die Stauseen durch die Tropenstürme zu mindern, wodurch jedoch die umliegenden Seen und Flüsse über die Ufer treten. In Folge dessen wurde unter anderem die Gemeinde Saquixim überspült, wodurch mindestens 80 Menschen starben. Die Öffnung der Schleusen verursacht weitere Überschwemmungen und Erdrutsche in der bereits durch den Hurrikan ‚Eta‘ gebeutelten Region und sorgt neben der Corona-Pandemie und den Naturkatastrophen vor Ort zu einer weiteren Verschärfung der ohnehin bereits prekären Lebensbedingungen. 

… Honduras

Die Comisión Permanente de Contingencias Honduras (COPECO) berichtete am 10. November 2020 von mindestens 62 Todesfällen in Honduras; 1,9 Millionen Betroffenen, mehr als 100.000 Menschen ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne Ressourcen sowie eine noch unbekannten Anzahl vermisster Menschen. Bis dato wurden 115 Straßen beschädigt und 29 Brücken durch den Hurrikan zerstört. Die Ernteverluste übersteigen nach ersten Schätzungen eine Fläche von rund 200.000 Hektar.

Die von pbi Honduras begleitete Organisation National Union of Rural Workers (CNTC) berichtet, dass rund 70% der der Gemeinschaft angehörigen Bäuer_innen unter den Folgen des Hurrikans durch Haus- und Ernteverlust leiden. Die Gemeinden El Listón, San Martín, Santo Domingo, Los Naranjos und La Providencia wurden durch zerstörte Straßen und ohne ausreichend Trinkwasser und Nahrungsmittel von der Zivilisation abgeschnitten. (Stand: 11.11.2020)

… Nicaragua

pbi ist nicht direkt in Nicaragua tätig, sondern unterstützt Nicaraguaner_innen in Costa Rica, die aufgrund der eskalierten politischen Gewalt gezwungen waren, ihr Land zu verlassen, aber Verbindungen zu nicaraguanischen Menschenrechtsbewegungen unterhalten und hoffen, nach einer Verbesserung der Bedingungen zurückzukehren. 

Nach einem vorläufigen Bericht des Humboldt-Zentrums beliefen sich die Auswirkungen des Hurrikans ‚Eta‘ in Nicaragua in den Gemeinden von Haulover, Wawa Bar, Karatá, Whounta Bar vor allem auf die Zerstörung der Infrastruktur. Im Vorfeld konnten Klimatolog_innen die Zivilbevölkerung in den betroffenen Regionen warnen.

Jedoch haben der Verlust von Hab und Gut Auswirkungen auf die emotionale Gesundheit der betroffenen Menschen sowie auf ihre im Exil lebenden Angehörigen in Costa Rica. Es entstehen derzeit zivilgesellschaftlichen Initiativen in Costa Rica, die sich dafür einsetzen, Spendengelder zu generieren, um die Menschen in den betroffenen Regionen Nicaraguas mit dem Nötigsten (Nahrungsmittel, Medikamente etc.) zu versorgen. Auch internationale Regierungen wie die vereinigten Staaten oder Spanien sammeln derzeit Spenden für die betroffenen Regionen, die über eine UN-Agentur verwaltet werden.

Hinweis: Am Dienstag, den 17. November sowie Mittwoch 18. November 2020 wurden die Küsten von Nicaragua und Honduras abermals von einem Hurrikan getroffen. Hurrikane ‚Iota‘ sorgte erneut  für schwerwiegende Folgen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht eingeschätzt werden können. Sobald wir Informationen aus unseren Projektländern erhalten, werden wir an dieser Stelle berichten.

>> Weiterführende Informationen zu den Folgen von Covid-19 in unseren Projekten finden Sie unter:
Corona-Pandemie: Auswirkungen in unseren Projektländern

Quellen: pbi Guatemala, pbi Honduras, pbi Nicaragua
Übersetzung und redaktionelle Überarbeitung: pbi Deutschland