Zeitraum: 1999 bis 2010

1998 ging die 35-jährige Militärdiktatur unter Präsident Suharto zu Ende. In diesen Jahren hatten die Ausbeutung natürlicher Ressourcen, Korruption und Unterdrückung ethnischer Minderheiten einer kleinen Elite zu großem Wohlstand verholfen. Der Kampf einiger Provinzen und Inseln um regionale Selbstbestimmung und Unabhängigkeit sowie die daraus resultierenden Aufstände wurden von der indonesischen Regierung mit militärischen Mitteln bekämpft.

Die Menschenrechtsverletzungen halten bis heute an und sind wie in den Jahren zuvor vor allem mit den Aktivitäten um Nutzung und Abbau natürlicher Ressourcen verbunden. Die Ausbeutung natürlicher Ressourcen wird von der Regierung vorangetrieben. Die Bodenschätze sind nach Meinung verschiedener Menschenrechtsverteidiger_innen eine der Ursachen der vielfältigen Konflikte Indonesiens. Sie werden – meist von ausländischen Konzernen – unter militärischem Schutz abgebaut. Die ländliche Bevölkerung leidet unter Armut, Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen. Diese Zustände wurden teilweise durch die Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 verstärkt.

Sowohl Unabhängigkeitsbewegungen wie auch das Militär verletzen Menschenrechte, worunter in erster Linie die Zivilbevölkerung zu leiden hat. Menschenrechtsverteidiger_innen, die sich in Indonesien für Frieden und ein Ende der Straflosigkeit und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen einsetzen, werden bedroht, ermordet, entführt oder verschwinden. Nach Angaben der „Asiatischen Kommission für Menschenrechte“ (AHRC) ist die Anwendung von Folter weit im Land verbreitet, obwohl Indonesien vor einigen Jahren die Konvention gegen Folter unterzeichnet hat.
 

Schwerpunkte vor Ort

  • Schutzbegleitung für Einzelpersonen (Journalist_innen, Anwält_innen) und Organisationen
  • Beobachtung
  • Friedenserziehung: Participatory Peace Education (partizipative Friedensschulungen) die Trainings und Workshops zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung und Menschenrechtsbildung enthaltet
  • Information und Berichterstattung für die internationale Öffentlichkeit

Schließung

Das Projekt wurde beendet, da pbi einer Reihe von Hemmnissen und Behinderungen ausgesetzt war, die es für die Mitarbeiter_innen und Freiwilligen unmöglich machte, die Schutzbegleitung und Friedenserziehung effektiv fortzuführen.
pbi war in mehreren Regionen Indonesiens aktiv: West Timor (2001), Aceh (2001-2008), Jakarta (2001-2010) und Papua (2004-2010).
 

Prüfung der Wiederaufnahme des Indonesienprojekts

pbi verfolgte die Situation in Indonesien weiter, mit dem Ziel, zu prüfen, inwieweit die Umstände es erlauben und welche Möglichkeiten es gibt, die Arbeit in Indonesien wieder in effektiver Art und Weise aufzunehmen.
Erkundungen nach West-Papua im Herbst 2012 gaben Aufschluss, inwieweit pbi im Jahr 2013 in Südostasien aktiv werden konnte.
 

Wiederaufnahme des Projekts

>> Informationen zur Wiedereröffnung des Indonesienprojekts und zur aktuellen Projektarbeit