Indonesien

Gemeinsam mit der indonesischen Menschenrechtsorganisation ELSAM verfolgt pbi in Indonesien ein neues Konzept, um Aktivist_innen zu schützen. Ziel ist es, lokale Aktivist_innen in ihrem Einsatz für die Menschenrechte zu stärken. In einem gemeinsam entwickelten mehrmonatigen Trainingsprogramm in Jakarta für Aktivist_innen aus ganz Indonesien geht es etwa um das Erstellen von Risikoanalysen, Advocacy-Strategien oder IT-Sicherheit. Die erlernten Fähigkeiten können die Aktivist_innen bei den lokalen Organisationen umsetzen. Das Projekt wurde gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation ELSAM entwickelt und wird gemeinsam mit dieser durchgeführt. Auch nach Abschluss des Kurses werden die Aktivist_innen von ELSAM und pbi weiter unterstützt. Das Pilotprojekt mit ELSAM kann eventuell auch auf andere Länder übertragen werden, in denen die Schutz-begleitung nicht möglich ist.
 

Das Projekt im Überblick

  • Team: 2 ZFD-Fachkräfte und 2 Mitarbeiter_innen von ELSAM
  • Standort: Jakarta
  • Pro Jahr ca. 15 Kurs-Teilnehmer_innen

Die Menschenrechtssituation in Indonesien

Die Lage für Menschenrechtsverteidiger_innen in Indonesien ist gefährlich. Insbesondere in Papua, aber auch in anderen Regionen wie Kalimantan oder den Molukken stehen sie großen Bedrohungen gegenüber. Papua ist geprägt vom gesellschaftlichen Konflikt um die Region. Nach der umstrittenen Angliederung an Indonesien 1963 fordern viele indigene Papuas bis heute politische Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, oft werden diese Forderungen mit Gewalt beantwortet. Indigene Papuas erleben in der indonesischen Gesellschaft oft Ausgrenzung und Diskriminierung, zur politischen Elite in der Hauptstadt gibt es kaum Bezug.

Papua ist außerdem ein beliebtes Ziel für internationale Investitionen und wirtschaftliche Großprojekte. Gerade im Zusammenhang mit der Etablierung einer Vielzahl von Palmölplantagen kommt es immer wieder zu Verletzungen des Rechts auf Land und von Prinzipien wie dem Free, Prior and Informed Concent (FPIC). Papua gilt als eines der wichtigsten neuen Anbaugebiete der Palmölindustrie, nachdem der Platz auf anderen indonesischen Inseln wie Sumatra oder Kalimantan eng wurde. Nicht nur Palmöl spielt eine wichtige Rolle, in Papua operiert mit der Grasberg-Mine auch die größte Gold- und Kupfermine der Welt. Viele Umweltschutz- und Menschenrechtsaktivist_innen beklagen immer wieder die massiven Umweltschäden, die die Mine auslöst und weisen auf die Verletzung von Menschenrechten im Zuge des Betriebs hin.