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09.02.2018 - pbi Guatemala begleitet seit Jahren die Menschenrechtskanzlei BDH, die Fälle zu Bürgerkriegsverbrechen vorantreibt und kriminalisierten Menschenrechtsverteidiger_innen zur Seite steht. Wenn die pbi-Freiwilligen die Kanzleiräume des BDH routinemäßig besuchen, klopfen sie auch stets an die Bürotür von Michael Mörth. Der gebürtige Dortmunder nimmt sich immer Zeit, um sie über die laufenden Gerichtsverfahren zu informieren und eine Analyse der aktuellen, politischen Lage mit ihnen zu teilen.

Im Jahr 1995 verlegte der Anwalt seinen Wohnsitz nach Guatemala, wo er zunächst an der Wahrheitskommission von REHMI, einer Organisation der katholischen Kirche mitarbeitete. Inzwischen arbeitet Mörth bei der Internationalen Juristenkommission sowie beim Anwaltsbüro für Menschenrechte in Guatemala-Stadt. Aufgrund seines Einsatzes für Gerechtigkeit und die Aufarbeitung der Vergangenheit wird er immer wieder Zielscheibe von Bedrohungen und Kriminalisierungsverfahren.

Über das Guatemalanetz Bern berichtet Michael Mörth seit 2015 monatlich direkt aus dem zentralamerikanischen Staat über die Situation der Menschenrechte, soziale Konflikte und politische Entwicklungen im Land. In seiner Kolumne von Januar 2018 zeichnet der Anwalt das Bild von alten Machtstrukturen, die immer offener und ohne Scham „das Land wieder auf den traditionellen Weg der Seilschaften, der Korruption und vor allem der Straflosigkeit“ bringen wollen. Seit es im September vergangenen Jahres zu einer politischen Krise kam, als Präsident Jimmy Morales den Chef der Internationalen Kommission gegen Straflosigkeit in Guatemala (CICIG), Iván Velásequez, des Landes verweisen wollte, kommt der Staat nicht zur Ruhe. Jeden Tag gibt es neue Enthüllungen und jeden Tag neue Versuche, dass alte System der Korruption und Straflosigkeit zu retten.

>> Lest die aktuelle Kolumne von Januar 2018 auf der Webseite des Guatemalanetz Bern

Text: Stephanie Brause