pbi-Standorte in Mexiko

Auf Anfrage mehrerer Menschenrechts­organisationen gründete pbi 1999 das Mexiko­projekt und begleitet seitdem bedrohte Personen und Organisationen, die sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung, den Umwelt­schutz und gegen Straflosigkeit einsetzen.

pbi ist neben Mexiko-Stadt auch im Bundesstaat Oaxaca, der zu den ärmsten des Landes gehört, und im Norden des Landes (Chihuahua, Coahuila), der besonders stark von den Auswirkungen des „Krieges gegen das organisierte Verbrechen“ betroffen ist, aktiv.
 

Das Projekt im Überblick

  • Team: 10 Freiwillige, 2 ZFD-Fachkräfte
  • Standorte: Chihuahua/Coahuila, Oaxaca/Guerrero und Mexiko-Stadt
  • Koordination: 5 Mitarbeiter_innen in Mexiko-Stadt und Europa

Die von pbi begleiteten Organisationen arbeiten vorwiegend zu den folgenden Themen:

  • Straflosigkeit und Machtmissbrauch
  • Rechte von Indigenen
  • Natürliche Ressourcen
  • Migration

>> Projektflyer zum Download: Das Mexikoprojekt
>> Die begleiteten Organisationen

Die Lage der Menschenrechte in Mexiko

Abel Barrera (2.v.l.) vom Menschenrechtszentrum Tlachinollan

In kaum einem anderen Land ist die Menschenrechtssituation derart kritisch wie in Mexiko. Die Bevölkerung leidet nicht nur unter der Gewalt von Drogenkartellen, auch der Staat und seine Politiker_innen sind von Korruption durchsetzt und häufig an den kriminellen Geschäften beteiligt. Mehr als 80.000 Menschen haben in Folge dieser Konflikte ihr Leben verloren, Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung.

Bis zu 30.000 Personen gelten als Opfer des Gewaltsamen Verschwindenlassens. Besonders Menschen in prekären Lebenssituationen sind davon betroffen. Die Strafjustiz versagt bei der Aufklärung der Verbrechen, so dass die meisten Fälle von willkürlichen Verhaftungen, Folter und Verschwindenlassen straffrei bleiben. Mexiko ist zudem von großen sozialen Ungleichheiten geprägt. Besonders stark leidet die indigene Bevölkerung unter sozialer, wirtschaftlicher und politischer Ausgrenzung. Entwicklungsprogramme und Großprojekte wie Bergbau, Staudämme und Windkraftanlagen ignorieren die Meinung und Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung und ihre Proteste werden kriminalisiert.

Jährlich durchqueren bis zu 200.000 Migrant_innen aus Mittel- und Südamerika Mexiko. Diese Transmigrant_innen sind auf dem Weg in die Vereinigten Staaten und wegen ihres irregulären
Aufenthaltsstatus besonders verwundbar.

Soziale Kämpfe um Gerechtigkeit erfahren starke Repression. Menschenrechtsverteidiger_innen und soziale Organisationen werden oft Opfer von Bedrohungen, illegalen Verhaftungen, Folter, Gewaltsamen Verschwindenlassen und Mord.

Weiterführende Informationen

>> Website des Mexikoprojekts (in Englisch und Spanisch)
>> Publikationen (Englisch)
>> Peace in Mexico? – Security Strategies and Human Rights (Dec 2014, Engl.)