pbi-Standorte in Kolumbien

Im Jahre 1993 erhielt pbi vermehrt Anfragen aus Kolumbien und prüfte daraufhin, ob das pbi-Konzept der Schutzbegleitung im Land durchführbar sei. Trotz der Komplexität des bewaffneten Konflikts und den großen regionalen Unterschieden entschied sich pbi 1994, die Arbeit im Andenstaat aufzunehmen.

Zurzeit ist pbi in drei der konflikt­reichsten Regionen Kolumbiens tätig - in Bogotá, Magdalena Medio und Urabá - und begleitet Einzel­personen, Friedens­gemeinden und lokale Organisationen. Zudem bietet pbi Workshops zur psycho­sozialen Gesundheit der Menschenrechts­verteidiger_innen an.
 

Das Projekt im Überblick

  • Team: 13 Freiwillige und 3 ZFD-Fachkräfte
  • Standorte: Bogotá, Barrancabermeja (Magdalena Medio) und Apartadó (Urabá)
  • Koordination: 8 Mitarbeiter_innen in Bogotá, Washington und Brüssel

Die von pbi begleiteten Organisationen arbeiten vorwiegend zu den folgenden Themen:

  • Landrechte und Rechte von indigenen und afrokolumbianischen Gemeinschaften
  • Friedensinitiativen für Menschenrechte und Gewaltfreiheit
  • Menschenrechtsverletzungen aufgrund wirtschaftlicher Interessen

>> Dreiminütiger Animationsfilm zur Arbeit von pbi in Kolumbien
>> Die begleiteten Organisationen (Englisch)
>> Factsheet „Zwischen Repressionen und Reformen: Menschenrechtsverteidiger_innen in Kolumbien“

Die Lage der Menschenrechte in Kolumbien

Humanitäre Zone in Kolumbien

Seit mehr als 40 Jahren leidet die kolumbianische Bevölkerung unter einem internen bewaffneten Konflikt zwischen den kolumbianischen Streitkräften, para­militärischen Gruppen und verschiedenen Rebellen- und Guerilla­bewegungen (z.B. FARC, ELN). In großen Teilen des Landes ist politisch motivierte Gewalt allgegenwärtig.

Diese Gewalt trifft in erster Linie die ländliche Bevölkerung, die sich weigert, Allianzen mit Guerilla, Militär oder Paramilitärs einzugehen. In den letzten Jahren wird die Bevölkerung zudem von Drogen­kartellen und transnational agierenden Konzernen, zum Beispiel aus dem Bergbausektor oder der Agrarwirtschaft, vertrieben. Dabei wird häufig auf die Dienste besagter bewaffneter Gruppierungen zurückgegriffen. Kolumbien ist aufgrund dieser Problematik weltweit eines der Länder mit den meisten internen Vertriebenen.

Menschen, die sich gegen diese Vertreibungen wehren, werden häufig Opfer von Angriffen: Mord, gewaltsames Verschwinden­lassen, Entführungen und Bedrohungen sind an der Tagesordnung. Verantworten muss sich für diese Verbrechen allerdings selten jemand.

Stattdessen werden Menschenrechts­verteidiger_innen, die gegen die herrschende Straf­losigkeit ankämpfen und Menschenrechts­verletzungen aufklären, häufig selbst Opfer von Bedrohungen, willkürlichen Verhaftungen und Kriminalisierung.

Erschwerend kommt hinzu, dass der kolumbianische Staat seine Verpflichtung, die Menschenrechte zu wahren und ihnen zur Durchsetzung zu verhelfen, vernachlässigt. So hat es trotz verschiedener Gesetzes­initiativen in den vergangenen Jahren, zum Beispiel durch das „Landrückgabe“-Gesetz von 2011, für die Lebens­situation vieler Vertriebenen kaum greifbare Fortschritte gegeben.
 

Weiterführende Informationen

Neben dem Bulletin und dem Jahres­bericht des Projekts informiert die Internet­seite des Projekts über die Arbeit von pbi, die Arbeit der begleiteten Organisationen und die aktuelle Situation der Menschenrechte im Land:

>> Website des Projekts (in Englisch und Spanisch)
>> Publikationen (Englisch)
>> Onlinefilme
>> Projektflyer zum Download