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15.10.2019 – Der 15. Oktober markiert den internationalen Tag der Frauen in ländlichen Gebieten. Um auf den unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Arbeit von Frauen auf dem Land und der Sicherung der Nahrungsversorgung der Weltbevölkerung aufmerksam zu machen, liegt dieser UN-Welttag einen Tag vor dem Welternährungstag.

Demonstration am internationalen Frauentag (Guatemala)Dieser internationale Tag findet seit 2008 statt, fand seinen Anfang jedoch schon während der UNO-Frauen-Weltkonferenz 1995 in Peking. Am 18. Dezember 2008 verabschiedete die UN-Generalversammlung dann eine Resolution, in der die Rolle der Frauen bei der Bekämpfung von ländlicher Armut, der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung und der wirtschaftlichen Entwicklung ländlicher Gebiete im Vordergrund steht. Auch der derzeitige UN-Generalsekretär António Guterres macht darauf aufmerksam: „Als frühzeitige Anwenderinnen neuer landwirtschaftlicher Techniken, Ersthelferinnen in Krisen und Unternehmerinnen im Bereich von erneuerbaren Energien, haben Frauen in ländlichen Gebieten einen wirkmächtigen Einfluss, der den weltweiten Fortschritt vorantreibt.“

Der internationale Tag der Frauen in ländlichen Gebieten weist auf die schwierige Situation von Frauen in ländlichen Gebieten hin, die maßgeblich von Ungleichbehandlung beherrscht wird. Frauen und Mädchen machen einen erheblichen Teil der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung aus. Sie leisten unabdingbare Beiträge zur landwirtschaftlichen Produktion, zur Sicherung der weltweiten Nahrungsgrundlage, zum Land- und Ressourcenmanagement inklusive Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen. Neben landwirtschaftlichen Arbeiten, der Innovation und Anwendung neuer Agrartechniken, tragen Frauen die Verantwortung der Kindererziehung und allen Haushaltsarbeiten. Somit spielen sie bei der Gewährleistung nachhaltiger Haushalte und sogar ganzer Gemeinden eine entscheidende Rolle. Sie leisten daher einen wichtigen Einsatz für das allgemeine Wohlbefinden durch Verbesserung der Lebensgrundlage.

Frauen und Mädchen ländlicher Regionen in Ländern des sogenannten globalen Südens arbeiten oft unter härtesten Bedingungen, haben keinen gleichberechtigten Zugang zu Land, produktiven Ressourcen und Gütern sowie zu öffentlichen Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheit und Zugang zur Infrastruktur. Dabei bleibt die harte und sehr produktive Arbeit oft unterbezahlt oder sogar gänzlich unbezahlt. Dies erklärt das überproportionale Leid ländlicher Arbeiterinnen an Armut und Hunger. Doch durch die Ungleichbehandlung können Frauen ihre Rechte nicht wirksam geltend machen, sodass sie stark von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen bedroht sind. Dieses Problem der Ungleichstellung von Frauen in ländlichen Gebieten ist jedoch auch weltweit zu beobachten, denn auch in Ländern des sogenannten globalen Nordens  sind erhebliche Unterschiede zwischen Arbeiterinnen im landwirtschaftlichen und im Dienstleistungssektor, sowie unübersehbare Geschlechterdifferenzen festzustellen. Nach Schätzungen der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN) könnten im Falle der Gleichberechtigung 100 Millionen Menschen der Armut entfliehen, wodurch 100 bis 150 Millionen Menschen nicht mehr hungern müssten.

Text: Lea Scholz

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