17.10.2019 – Als peace brigades international im September 1981 gegründet wurde, fanden Proteste mit bis zu 400.000 Menschen in Bonn statt, die sich gegen die Entscheidung der NATO, 572 Atomraketen in Westeuropa zu verwenden, einsetzten. Die damals 33-jährige Petra Kelly, die ein Jahr zuvor maßgeblich bei der Gründung der Partei Bündnis 90/die Grünen mitwirkte, schloss sich diesen Protesten aktiv an.

Schon damals erfuhr ihre Arbeit große Aufmerksamkeit, vor allem als sie 1982 den renommierten Right Livelihood Award mit der Begründung erhielt, dass sie eine neue Vision schmiede und gleichzeitig umsetze, die ökologische Belange mit Abrüstung, sozialer Gerechtigkeit und Menschenrechten verbindet. Im Rahmen ihrer Karriere als Politikerin forderte die Friedensaktivistin nukleare Abrüstung und eine vollständige Demilitarisierung. Diese Forderung übertrug sie auf damalige politische Ereignisse wie die Wiedervereinigung, der sie nur unter der Bedingung der Entmilitarisierung zustimmte. Konkreter betonte sie all die Jahre: „Wir geben Milliarden für die Waffenforschung aus und Millionen für die Ausbildung unserer jungen Menschen an Militärakademien. Warum nicht in Friedensstudien und Friedensaktionen investieren? Wir brauchen Trainingszentren, öffentliche Kampagnen und Lehrmaterialien. Wir müssen Gruppen wie peace brigades international unterstützen, die gewaltfrei in Konfliktsituationen eingreifen. Wir müssen konkret daran arbeiten, Frieden und Gewaltlosigkeit in unserer Zeit zu verwirklichen.“

Die Friedensaktivistin verfasste auch allgemeingültige Aussagen, wie beispielsweise, dass es keinen Frieden geben könne, wenn soziale Ungerechtigkeit und Unterdrückung von Menschenrechten vorherrsche und Frieden somit nicht nur die Abwesenheit von Massenvernichtung sei. Mit diesem Verständnis von Frieden schloss sie sich der Grundannahme von pbi an, die als Gründungsaussage am 4. September 1981 formuliert wurde: „Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg.“

Im Oktober 1992 wurden die Leichen von Kelly und ihrem Partner Gert Bastian, einem ehemaligen Generalmajor der Bundeswehr, der 1981 bei der Bildung von Generälen für den Frieden mitgewirkt hatte, in ihrem Haus in Bonn gefunden. Kelly wurde 44 Jahre alt.

Ihre Vision legte den Fokus auf Umweltschutz, Menschenrechte und die vollständige Abrüstung durch die Verlagerung der Ausgaben vom Militär. Auch 27 Jahre nach ihrem Tod bieten Kellys Worte immer noch Inspiration für Handlungsstrategien.

Text: Lea Scholz