Die Lage der Menschenrechte in Honduras
Die Menschenrechtssituation in Honduras ist nach wie vor kritisch. Das Land wurde im Jahr 2009 von einem Militärputsch erschüttert. In den Folgejahren nahmen Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und systematische Straflosigkeit in Honduras zu.
Im November 2025 fanden die letzten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Honduras statt. Erst mehr als drei Wochen nach der Wahl erklärte die Wahlbehörde den als konservativ und neoliberal geltenden Kandidaten Nasry Asfura zum Sieger. Die Wahlen waren von Manipulationsvorwürfen und Einmischung durch US-Präsident Donald Trump gekennzeichnet. Zivilgesellschaftliche Organisationen fürchten weitere Rückschritte im menschenrechtlichen Bereich.
Honduras ist nach wie vor eines der gefährlichsten Länder weltweit für Menschenrechtsverteidiger:innen. Menschen, die sich für Menschenrechte, Landrechte und Umweltschutz einsetzen, werden oftmals bedroht, angegriffen, kriminalisiert und im schlimmsten Fall ermordet. Trotz der Einrichtung eines nationalen Schutzmechanismus für Menschenrechtsverteidiger:innen und Journalist:innen und einer eigenen Sonderstaatsanwaltschaft zur strafrechtlichen Aufklärung der Übergriffe auf Menschenrechtsverteidiger:innen haben die Angriffe in den letzten Jahren weiterhin zugenommen. Laut Angaben des honduranischen Büros des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte wurden 2024 284 Übergriffe registriert. Landrechts- und Umweltverteidiger:innen sind nach wie vor besonders bedroht. Mehr als 90 % dieser Fälle bleiben weiterhin straffrei.
PBI in Honduras
Im Juli 2010 erhielt PBI erstmal formell eine Begleitanfrage einer zivilgesellschaftlichen Organisation. Als Reaktion darauf bildete PBI eine Arbeitsgruppe internationaler Beobachter:innen, die 2011 und 2012 Erkundungsmissionen nach Honduras starteten. Ziel der Missionen war es, die Situation von Menschenrechtsverteidiger:innen im Land näher kennenzulernen sowie gemeinsam mit den Organisationen Empfehlungen zu erarbeiten, wie zukünftig die Menschenrechtslage im Land beobachtet und Menschenrechtsverteidiger:innen begleitet werden können.
Anfang 2013 beschloss PBI, ein dauerhaftes Projekt im Land zu eröffnen. Mit dem Ziel, eine längerfristige Präsenz aufzubauen und das Ersuchen der Menschenrechtsverteidiger:innen nach Begleitung und Schutz zu erfüllen, nahm PBI im Jahr 2014 offiziell die Arbeit in Honduras auf.
Die von PBI begleiteten Organisationen setzen sich insbesondere für die Landrechte von Kleinbäuer:innen und Indigenen Gemeinschaften sowie Umweltschutz ein. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Engagement für die Rechte der LGBTQIA*-Gemeinschaft in dem zentralamerikanischen Land.
PBI Honduras im Überblick
► Team: 7 Freiwillige, 2 ZFD-Fachkräfte
► Standort: Tegucigalpa
► Koordination: 4 Mitarbeitende in Honduras und Italien
► Begleitete Organisationen und Menschenrechtsverteidiger:innen
Weiterführende Informationen
>> Website des Hondurasprojekts (in Englisch und Spanisch)
>> Caminando Juntas - Celebrando 10 años de acompañamiento de PBI en Honduras (2024) (Spanisch)
>> Informe: „Deconstruir para construir. La situación de Derechos Humanos en Honduras 2022.“
>> Podcastreihe „Making Space for Dialogue“