Direkt zum Inhalt

pbi Guatemala: Im Einsatz für die Menschenrechte

Bild
Im Einsatz für die Menschenrechte in Guatemala - Die Menschenrechtsorganisation peace brigades international (pbi)

Die Lage der Menschen­rechte in Guatemala

In dem 36-jährigen Bürgerkrieg (1960-1996), in dem wechselnde Militärregime vor allem die indigene Bevölkerung bekämpften und zahlreiche Massaker anordneten, kamen mehr als 200.000 Menschen ums Leben. Der guatemaltekische Bürgerkrieg zählt damit zu den brutalsten Konflikten in der Geschichte Lateinamerikas. Das 1996 unterzeichnete Friedensabkommen zwischen der guatemaltekischen Regierung und der Guerrillavereinigung URNG sollte den Schutz grundlegender Menschen­rechte gewährleisten und eine gerech­tere Verteilung des Landes in Guatemala ermög­lichen. Die Lebensbedingungen haben sich jedoch bis heute kaum verbessert: Rund 2% der guatemaltekischen Bevölkerung sind weiterhin in Besitz von rund 65-70 % des fruchtbaren Landes, die juristische Aufarbeitung der Ver­brechen aus der Zeit des Bürger­krieges kommt nur zögerlich voran.

 

Bild
Justino Xollim (rechts) mit Gemeindemitgliedern auf dem Weg zur Feldarbeit. Foto_pbi  Guatemala

 

Vor allem die indigene Bevölkerung, die rund 60 Prozent der Gesellschaft ausmacht, leidet auch heute weiter unter den sozioökonomischen Ungleichheiten und ist von rassistischer Diskriminierung betroffen. Großprojekte im Zusammenhang mit Bergbau sowie dem Agrar- und Energiesektor, die häufig mit transnationalem Kapital gefördert werden, verschärfen die Situation für die vorwiegend indigene Bevölkerung in den ländlichen Regionen Guatemalas.

 

Menschenrechtsverteidiger:innen sehen sich vor diesem Hintergrund Drohungen und Übergriffen ausgesetzt, oftmals verbunden mit Kriminalisierung und der Delegitimierung sozialer Proteste. Zivilgesellschaftliche Organisationen registrierten allein 2024 mindestens 4.133 Angriffen im physischen und digitalen Raum auf Menschen, die sich für die Menschenrechte und eine gerechtere Zukunft einsetzen. 28 Menschenrechts­verteidiger:innen wurden zudem aufgrund ihres Engagements im Jahr 2024 getötet.

 

PBI in Guatemala

 

Bild


Guatemala ist das erste Land, in dem PBI mit Aufnahme der Tätigkeit im Jahr 1983, aktiv wurde. Das Konzept der Schutzbegleitung von Menschenrechtsverteidiger:innen wurde dort entwickelt. Nach dem 1996 unterzeichnetem Friedensabkommen zwischen der Regierung und der Guerilla unter Schirmherrschaft des UN-Generalsekretärs Butros Butros-Ghali wurde PBI Guatemala zunächst 1999 mangels weiterer Anfragen geschlossen.

 

Die Zahl der Menschenrechts­verletzungen nahm jedoch in den Folgejahren erheblich zu und die Situation von Menschenrechts­verteidiger:innen verschlechterte erneut. In Anbetracht zahlreicher Anfragen von Organisationen zu Schutzbegleitung nahm PBI Guatemala daher im Jahr 2003 die Tätigkeit in Guatemala auf.

 

Aktuell setzen sich die rund zehn von PBI begleitete Organisationen vorwiegend für den Zugang zu Land und dessen gerechte Verteilung sowie den Schutz der natürlichen Ressourcen ein. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Begleitung von Organisationen, die sich schwerpunktmäßig mit der Aufarbeitung des internen bewaffneten Konflikts befassen und sich für Gerechtigkeit für die Opfer des Konflikts befassen.

 

PBI Guatemala im Überblick

 

► Team: 12 Freiwillige, 2 ZFD-Fachkräfte

► Standort: Guatemala-Stadt

► Koordination: 5 weitere Mitarbeiter:innen in Guatemala-Stadt, Spanien und Brüssel

► Begleitete Organisationen und Menschenrechtsverteidiger:innen (in Englisch und Spanisch)
 

Weiterführende 
Informa­tionen


Auf der Internetseite von PBI Guatemala erfahren Sie mehr über die Arbeit des Teams, die Arbeit der begleiteten Organisationen und die aktuelle Situation der Menschenrechte im Land.
 

>> Website von PBI Guatemala (in Englisch und Spanisch)
>> Jahresberichte (in Englisch und Spanisch)
>> Publikationen (in Englisch und Spanisch)
>> Dokumentarfilm zum 30-jährigen Jubiläum: pbi Guatemala - 30 Jahre die Hoffnung begleitend
>> Dossier „Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger:innen in Guatemala“
>> Interview mit dem Anwalt Santiago Chóc Cú - Der Kampf gegen die Straflosigkeit
>> Podcastreihe „Making Space for Dialogue“
 

^ zum Seitenanfang