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Vorführung des Films "Toshkua" in Hamburg: Auf der Suche nach Wahrheit

In Mexiko gelten laut staatlichen Angaben mehr als 130.000 Personen als vermisst. Hinter jeder Zahl steht eine Familie, die sucht, hofft und weiterhin für eine Aufklärung des Verbleibs ihrer Angehörigen kämpft. Für ihr eigenes Engagement bei der Suche werden Familien oftmals diffamiert und bedroht. Das Risiko für Migrant:innen und Menschen auf der Flucht, Opfer von gewaltsamem Verschwindenlassen zu werden, ist dabei besonders hoch. Internationale Menschenrechtsorganisationen, darunter die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte, benennen u.a. die Zwangsrekrutierung von Minderjährigen durch Akteur:innen des organisierten Verbrechens als eine der Ursachen für das Verschwindenlassen. 

Anlässlich des Internationalen Tages der Opfer des gewaltsamen Verschwindenlassens zeigen wir den Dokumentarfilm Toshkua (OmenglUT, 2023). Der Film begleitet die Honduranerin Mary bei der Suche nach ihrem Sohn Marco Antonio Amador, der auf seinem Weg von Honduras in die USA entführt worden ist. Im Laufe ihrer Reise schließt sie sich anderen Müttern in Mexiko an, die nach ihren Kindern suchen. Francisco, Ältester der indigenen Pesh-Gemeinschaft in Honduras erlebt indes die Zerstörung des tropischen Regenwalds, die Vertreibung seines Volkes, der Abwanderung seiner Kinder und dem Verschwinden seiner eigenen Sprache konfrontiert. Beide kämpfen auf ihre Art und Weise gegen das Verschwinden. 

Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Gespräch mit Mariana Ávila Montejano, Direktorin der Beobachtungsstelle für soziale und geschlechtsspezifische Gewalt in Aguascalientes (Observatorio de Violencia Social y de Género de Aguascalientes), Mary Martínez, Mutter des verschwundenen Marco Antonio Amador, und Regisseur Ludovic Bonleux über das Verschwindenlassen in Mexiko, den unermüdlichen Einsatz der Angehörigen und die Lebensrealität zahlreicher mexikanischer Familien statt. 

Der Eintritt ist frei. 

Zeit: Montag, den 31. August 2026, 17:30 bis 19:30 Uhr 
Ort: Abaton Kino (Allendeplatz 3, 20146 Eimsbüttel) 
Sprache: Der Film wird im Original in Spanisch mit englischen Untertiteln gezeigt. Die anschließende Diskussion mit dem Regisseur findet ebenfalls auf Spanisch statt. Eine Flüsterverdolmetschung ins Deutsche kann bei Bedarf angeboten werden. 

Eine Veranstaltung von: Peace Brigades International – Deutscher Zweig e.V., Observatorio de Violencia Social y de Género de Aguascalientes & Cadalpiotz

Hintergrundinformationen 

Mariana Ávila Montejano ist Frauenrechtsverteidigerin und Direktorin der Beobachtungsstelle für soziale und geschlechtsspezifische Gewalt in Aguascalientes (Observatorio de Violencia Social y de Género de Aguascalientes - OVSGAGS) im südlichen Mexico, sie begleitet Opfer und dokumentiert Fälle von geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt, Verschwindenlassen, Feminiziden sowie anderen Straftaten mit geschlechtsspezifischen Hintergründen. Mariana ist seit 2017 Teil der Nationalen Beobachtungsstelle für Feminizide (Observatorio Ciudadano Nacional del Feminicidio). Mariana gründete in Aguascalientes u.a. sechs spezialisierte und kostenfreie Rechtskliniken, um u.a. Studierende verschiedener Universitäten auf lokaler und bundesstaatlicher Ebene auszubilden und so zu befähigen in ihren Fachbereichen den Schutz der Menschenrechte von Frauen zu fördern.

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