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Konferenz in Berlin: 10 Jahre Friedensabkommen Kolumbien - Zwischen Fortschritt und neuer Gewalt

Vor zehn Jahren unterzeichnete Kolumbien ein historisches Friedensabkommen mit der FARC – ein Meilenstein der Übergangsjustiz, der international als Referenz für Friedensprozesse gilt. Deutschland begleitet das Land bis heute als verlässlicher Partner und unterstützt Prozesse der Friedenskonsolidierung, ländlichen Entwicklung, Reintegration demobilisierter Kämpfer:innen sowie der Opferentschädigung. Wie steht es heute, zehn Jahre nach Unterzeichnung des Abkommens, um den Friedensprozess? Das Bild ist widersprüchlich: Einerseits wurden wichtige Fortschritte bei der Beteiligung von Frauen*, indigenen Völkern und ethnischen Gruppen erzielt. Andererseits gefährden anhaltende Gewalt, Organisierte Kriminalität und strukturelle Schwächen des Staates die Konsolidierung des Friedens.

Präsident Gustavo Petro (2022-2026) verfolgte mit seiner Politik des umfassenden Friedens („Paz Total“) das Ziel, die Konfliktregionen durch eine enge Zusammenarbeit von Staat und Zivilgesellschaft zu transformieren.

Petro konzentrierte sich darauf, die Konfliktregionen umzugestalten, um Wohlstand, Demokratie, Umweltschutz und Menschenrechte zu fördern, und zwar durch Partnerschaften zwischen dem Staat und verschiedenen sozialen und territorialen Akteur:innen.

Doch die Umsetzung scheiterte oft an institutionellen Defiziten und dem Einfluss illegaler Wirtschaftsstrukturen. Kolumbien steht vor schwierigen Herausforderungen: Die Zahl der Morde an Menschenrechtsverteidiger:innen, demobilisierten Kämpfer:innen und Zivilist:innen bleibt alarmierend hoch. Die neue Regierung unter Abelardo de la Espriella setzt bereits jetzt auf militarisierte Sicherheitsansätze – ein Rückschlag für den zivilen Friedensprozess.

Die Veranstaltung bringt kolumbianische und europäische Expert:innen, Politiker:innen und Menschenrechtsverteidiger:innen zusammen, um Bilanz zu ziehen: Welche Erkenntnisse lassen sich aus der kolumbianischen Erfahrung für andere Friedensprozesse ziehen? Wie kann inklusiver und gerechter Frieden in einem komplexen globalen Umfeld gesichert werden? Und welche Rolle kommt dabei der internationalen Gemeinschaft – insbesondere Deutschland und Europa - zu?

Zeit: 5. Oktober, 18:00 bis 20:30 Uhr
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin, 
Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Sprache: Deutsch, Simultanübersetzung Spanisch
>> Anmeldung

Veranstalter: Amnesty International, Caritas International, Fian Deutschland, Friedrich-Ebert-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung, kolko-Menschenrechte für Kolumbien, Misereor, Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit, Peace Brigades International – Deutscher Zweig.

Programm

18:00 | Begrüßung 
► Dr. Imme Scholz, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung 
► Juana Corral, Deutsche Menschenrechtskoordination Kolumbien (MRKK) 

18:15 | Keynote
► „Zehn Jahre Friedensabkommen“ Gustavo Petro, ehemaliger Präsident Kolumbiens (tbc) 

18:45| Diskussion
„Friedensprozess zwischen lokalen Realitäten und internationaler Verantwortung“ mit Elisabeth Moreno, Menschenrechtsverteidigerin und Koordinatorin von FISCH (Foro Interétnico Solidaridad del Chocó)
► Monsignore Hector Fabio Henao, Delegierter für die Beziehungen zwischen Kirche und Staat der Kolumbianischen Bischofskonferenz
► Martha Carvaljalino, Juristin und Politikerin, ehemalige Landwirtschaftsministerin Kolumbiens (Juli 2024 - August 2026)
► Mildrey Corrales, Menschenrechtsverteidigerin und Koordinatorin der CCEEU (Coordinación Colombia Europa Estados Unidos) 
► Niels Annen, Staatssekretär des BMZ (Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) 

► Moderation: Alexandra Endres (Journalistin)

20:30 | Empfang 
► mit einem kulturellen Beitrag von Grupo Cumbé

22:00 | Ende der Veranstaltung

Kontakt 
Victor Souza, Heinrich-Böll-Stiftung
Referat Lateinamerika 
souza(at)boell.de

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Event location