20.10.2026 - Im September empfing PBI Deutschland zwei Menschenrechtsaktivist:innen einer insgesamt fünfköpfigen Delegation indigener Menschenrechtsverteidiger:innen, Journalist:innen und Künstler:innen aus West-Papua in Berlin und Hamburg im Rahmen einer Lobby-Tour durch die EU und Großbritannien. Auf dem Programm standen unter anderem eine Vorführung des Dokumentarfilms „Pesta Babi: Kolonialismus in unserer Zeit“, Treffen mit Regierungsvertreter:innen sowie ein Treffen mit Verbündeten aus der Zivilgesellschaft.
Zur Delegation gehörten: Defe von PUSAKA; die Journalistin Aida von JUBI Media; Gege von Sa Perempuan Papua; sowie die Künstler und Aktivisten Costan und Glenn. Gemeinsam setzen sie sich für Landrechte, Pressefreiheit, Frauenrechte und den Erhalt der papuanischen Kultur ein.
Während ihres Aufenthalts in Deutschland sprachen Defe und Costan über das Nationale Strategieprojekt Süd-Papua (NSP), ein staatlich initiiertes Mega-Projekt im Bereich Ernährung und Energie, das von der „Financial Times“ als „das weltweit größte Entwaldungsprojekt“ bezeichnet wurde. PBI Deutschland arbeitete mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um den Menschenrechtsverteidiger:innen Zugang zu Entscheidungsträger:innen, Verbündeten und der Öffentlichkeit zu verschaffen, damit die Aktivist:innen über die Auswirkungen dieses Projekts berichten konnten.
Im Rahmen des NSP in Süd-Papua werden auf einer Fläche von mehr als zwei Millionen Hektar Land für den Anbau von Palmöl, Zuckerrohr und Reis gerodet – mit Unterstützung des indonesischen Verteidigungs- und Landwirtschaftsministeriums und unter Einsatz des Militärs. Nach Schätzungen von „Mighty Earth“ wurden seit Ende 2024 fast 49.000 Hektar Regenwald, Savanne und Feuchtgebiete gerodet, und schätzungsweise 50.000 indigene Papua wurden vertrieben.
Bei vollständiger Umsetzung könnte das Projekt die CO₂-Emissionen Indonesiens verdoppeln. Neun UN-Sonderberichterstatter:innen äußerten im Jahr 2025 Bedenken hinsichtlich des Projekts. Da es in Indonesien jedoch kein einheitliches Gesetz zum Schutz der Rechte indigener Völker gibt, haben die meisten Gemeinschaften keine rechtlichen Mittel, wenn Unternehmen in ihr Territorium eindringen.
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