Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte beinhaltet das Recht auf Freizügigkeit, sowohl innerhalb, als auch zwischen Staaten, und das Recht auf Asyl. Dennoch sind Migrant_innen in ihren Rechten durch nationale Gesetzgebungen stark eingeschränkt, weshalb sie durch organisierte Kriminalität und Korruption leicht angreifbar sind.

Besonders in Mexiko werden Migrant_innen aus Zentralamerika, die das Land als Transitkorridor auf dem Weg in die USA durchqueren, immer wieder Opfer von Menschenrechtsverletzungen. Laut offiziellen Daten passieren jährlich etwa 150.000 undokumentierte Migrant_innen Mexiko. Im Jahr 2011 registrierte die Nationale Menschenrechtskommission (Comisión Nacional de Derechos Humanos, CNDH) 214 Fälle von Entführungen, in denen etwa 11.333 Migrant_innen betroffen waren. Im Jahr 2010 wurden in Tamaulipas in einem Massengrab 72 Leichen von Migrant_innen entdeckt.
 

Im Folgenden werden zwei von pbi begleitete Menschenrechts­organisationen zum Arbeits­schwerpunkt „Rechte von Migrant_innen“ vorgestellt:

Padre Alejandro Solalinde Guerra und die Migrant_innenherberge „Hermanos en el Camino“ (Oaxaca, Mexiko)

Padre Alejandro Solalinde Ciudad IxtepecDer katholische Priester Padre Alejandro Solalinde Guerra (Preisträger Nationaler Menschenrechtspreis 2012) und die Mitarbeiter_innen des Migrant_innenhauses „Hermanos en el Camino“ in Ixtepec, Oaxaca, bieten Migrant_innen, die Mexiko auf dem Weg in die USA durchqueren, Zuflucht und humanitäre Hilfe.

Darüber hinaus versucht das Zentrum, die Bevölkerung in Oaxaca für Fragen im Zusammenhang mit Migration in Mexiko zu sensibilisieren. Aufgrund dieser Arbeit sind Padre Solalinde und die Mitarbeiter_innen der Unterkunft Angriffen, Verleumdungen, Belästigungen und Todesdrohungen ausgesetzt, sowohl von Seiten staatlicher Behörden als auch der organisierten Kriminalität. peace brigades international begleitet Padre Solalinde und die Mitarbeiter_innen von „Hermanos en el Camino“ seit Juli 2010.

Juan José Villagómez Hernández und die Migrant_innenherberge „Casa del Migrante de Saltillo“ (Coahuila, Mexiko)

Juan José Villagómez (Casa de Migrantes, Saltillo)Juan José Villagómez Hernández ist Mitarbeiter der Migrant_innenherberge Casa de Migrantes de Saltillo. Die Herberge im Bundesstaat Coahuila, an der Grenze zu den USA, bietet seit 2002 jährlich ca. 8.000 Migrant_innen Zuflucht und humanitäre Hilfe. Obwohl die Kapazitäten nur für 60 Personen ausgelegt sind, gibt es Zeiten, in denen täglich bis zu 316 Migrant_innen Obdach sowie medizinische Versorgung, Kleidung, Essen und psychologische Betreuung in der Herberge finden. Darüber hinaus arbeitet das Team der Herberge für die Rechte von Migrant_innen mittels Dokumentation von Entführungen, Erpressungen, Missbräuchen und Aggressionen, welche die Betroffenen auf ihrem Weg durch Mexiko erfahren.

Auch die Mitarbeiter_innen selbst wurden Opfer von Anfeindungen, Verfolgungen und Bedrohungen, weshalb sowohl die Nationale als auch Interamerikanische Kommission für Menschenrechte bereits Schutzmaßnahmen empfohlen haben und pbi die Organisation seit Beginn 2014 begleitet.

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