Der Schutz von Menschen­rechts­verteidiger_innen und damit indirekt auch der Menschenrechte als solche, stehen im Zentrum der Arbeit von pbi. Menschenrechte spielen eine große Rolle in verschiedensten gesell­schaft­lichen Bereichen und ihre Einhaltung ist für pbi ein wichtiger Bestandteil des friedlichen Zusammen­lebens. Deshalb ist es ein Anliegen des Bildungsprojekts die Bedeutung von Menschenrechten in Deutschland und in der ganzen Welt für Menschen aller Altersgruppen erlebbar zu machen.

Auch in den Ländern, in denen pbi Projekte unterhält, wird die Einhaltung der Menschenrechte durch wirtschaftliche Großprojekte bedroht, sei es durch Stau­damm­projekte, Minen­erschließungen oder Windpark­anlagen. Die Land­bevölkerung zählt neben der Umwelt zu den großen Verlierern dieser Entwicklung – sie ist von Enteignung und Vertreibung bedroht. Oftmals ignorieren die lokalen Regierungen die Rechte der Bevölkerung, sind an der Umsetzung der Groß­projekte beteiligt oder treiben diese im Zweifel auch mit Waffen­gewalt voran. Am konkreten Fall­beispiel werden die Ursachen der Menschen­rechts­verletzungen beleuchtet und Möglichkeiten, die Interessen der Betroffenen einzubeziehen und zu schützen, diskutiert.
 

Workshop/Projekttag (Planspiel): Goldrausch in Guatemala – Gift für Gemeinschaft und Klima

Rollenspiel La PuyaInternationale Unternehmen beuten in Lateinamerika mit der Unterstützung korrupter Regierungen das angestammte Land indigener Gemeinschaften aus. Im Mai 2014 beobachtete das Team von peace brigades international in Guatemala die Eskalation des Konflikts in La Puya zwischen den ansässigen Bauern und den Sicherheitskräften einer transnationalen Minengesellschaft. Auf diesem Szenario aufbauend entwickelte das pbi-Bildungsprojekt ein Planspiel für Schüler_innen.

In dem Planspiel „Goldrausch in Guatemala – Gift für Gemeinschaft und Klima“ können Schüler_innen beispielhaft die Ursachen für in diesem Kontext entstehende Konflikte kennenlernen. Sie schlüpfen dabei in die Rollen der verschiedenen Beteiligten und lernen dadurch deren Eigeninteressen und Hintergründe kennen. Sie erfahren, wie lokale Menschen­rechts­verteidiger_innen sich mit Unterstützung inter­nationaler Organisationen gegen die Interessen transnationaler Unternehmen gewaltfrei zur Wehr setzen und welchen Risiken und Gefahren sie sich dabei aussetzen.

Das pbi-Bildungsprojekt bietet das Planspiel „Goldrausch in Guatemala – Gift für Gemeinschaft und Klima“ am Mittwoch, den 23. September, im Rahmen der 12. Hamburger Klimawoche für Schulklassen der Oberstufe an.
>> Zur Buchung (das Formular bitte vollständig ausfüllen)

Projekttag: „Ein Menschenrecht auf Asyl – Flucht nach Europa“ (ab 12 Jahren)

Ein Menschenrecht auf Asyl – Flucht nach EuropaImmer mehr Menschen sind weltweit auf der Flucht und bitten in anderen Ländern um Schutz. Die Gründe sind vielfältig, doch die Möglichkeiten der einzelnen Menschen unterscheiden sich stark voneinander. Wohin gehen Geflüchtete und wie ergeht es ihnen auf ihrem Weg? Und was passiert, wenn sie angekommen sind? Haben sie ihr Ziel erreicht? Die Teilnehmenden gehen im Rahmen des Projekttages die Wege einer Flucht und erleben, wie es Geflüchteten auf dem Weg nach Europa ergeht. Das Menschenrecht Asyl zu beantragen hat jeder, aber wie sieht die Realität der gelebten Menschenrechte aus?


 

Workshop/Projekttag: Transphobie und Flucht (ab 14 Jahren)

Transphobie und FluchtIn vielen Regionen der Welt sind LGBTIQA+-Personen gezwungen aus ihren Heimat­ländern zu fliehen, um sich und ihre Würde zu schützen. Sie fliehen aus gesellschaftlichen Kontexten, die von Heteronormativität, Trans- und Homophobie geprägt sind. In diesem Workshop lernen wir insbesondere die Situation von LGBTIQA+-Menschenrechtsverteidiger_innen aus Lateinamerika kennen. Gemeinsam mit den Jugendlichen wollen wir über die Diversität von Geschlecht, Gender und Sexualität sprechen und uns gemeinsam über Privilegien und Ausgrenzungs­mechanismen bewusst werden. Um das Thema den Jugendlichen näher zu bringen, wird die Situation von Trans*Personen in den Fokus gerückt. Im Workshop wird deshalb auch eine Trans*Aktivistin und Menschen­rechts­verteidigerin aus Honduras von ihren persönlichen Erfahrungen berichten. Sie spricht mit den Jugendlichen sowohl über Würde­verletzungen im eigenen Land, als auch im ihr asylgebendem Deutschland. Ziel des Workshops ist die Sensibilisierung für einen Blick auf Menschenrechte mit Gender-Fokus und den inter­nationalen Schutz für vulnerable Gruppen.

>> Broschüre zu den Workshopangeboten „Transphobie und Flucht“
 

Workshop/Projekttag: „Wirtschaftsinteressen und Menschenrechte. Transnationale Unternehmen und Konflikte um Naturressourcen“ (14 bis 18 Jahre)

Wirtschaftsinteressen-und-Menschenrechte.-Transnationale Unternehmen und Konflikte um NaturressourcenOb illegale Waffen­lieferungen durch deutsche Unter­nehmen in Konflikt­gebiete, Großbrände in Textil­fabriken in Bangladesch oder der Mord eines kolumbianischen Gewerkschafters eines Schweizer Nestlé-Tochterunternehmens – die Fälle deutscher und europäischer Unternehmen, welche maßgeblich an Menschenrechtsverletzungen im Ausland beteiligt sind, werden verstärkt in der Öffentlichkeit wahrgenommen und der Ruf nach rechtsverbindlichen Instrumenten, um Unternehmen bei grenz­über­schreitenden Aktionen für Verletzungen der Umwelt-, Arbeits- und Menschen­rechte zu sanktionieren, immer stärker.
 

Workshop: Universelle Rechte – Die unterschiedlichen Wurzeln und Ansätze, die Würde des Menschen zu schützen (ab 12 Jahren)

Eleanor Roosevelt_Allgemeine Erklärung der MenschenrechteUniverselle Werte und Normen haben sich in der Geschichte in verschiedenen kulturellen Räumen und Epochen entwickelt und gegenseitig befruchtet. Dabei gab es bis zur „allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ von 1948 nicht nur Fortschritte. Die Entwicklung und Umsetzung der Menschen­rechte hat sich als schwieriger und umkämpfter Prozess herausgestellt. Heute wie auch in Zukunft braucht es Verantwortung und Einsatz jedes Einzelnen, um die mit den Menschen­rechten verbundenen Werte und Vorstellungen zu verteidigen. Hier setzt der Workshop an, indem er den Teilnehmenden auf interaktive und partizipative Weise ein kritisches Verständnis der Inhalte zu der Thematik vermittelt und zum eigenen Handeln motiviert.

 

Workshop/Projekttag:  „Ölpalmenanbau und Menschenrechte“ (14 bis 18 Jahre)

Ölpalmenanbau und MenschenrechtePalmöl steckt in vielen unserer alltäglichen Produkte, sei es im Waschmittel auf pflanzlicher Basis, im Brotaufstrich, im Biodiesel oder in Kosmetikprodukten. Den Jugend­lichen wird am Beispiel der Ölpalme aufgezeigt, inwiefern der Konsum der westlichen Länder die Menschen­rechts­situation in anderen Ländern beeinflusst. Denn der Profit des globalen Palmölhandels erreicht nur wenige, den Schaden des Palmöl-Booms tragen jedoch viele. Die Land­bevölkerung sieht sich mit massiven ökologischen, ökonomischen und sozialen Konsequenzen eines staatlich geförderten Ölpalmen­anbaus konfrontiert. Die Schüler_innen diskutieren den Konflikt rund um die Ölpalme in Form von Rollen­spielen und Gruppen­arbeiten. Sie erfahren dabei, Konflikte differenzierter wahr­zunehmen und Verantwortung für ihr eigenes Konsum­verhalten zu übernehmen.
 

Rollenspiel: „Offener Gerichtssaal“ (ab 15 Jahren)

Rollenspiel Offener GerichtssaalIm Rollenspiel schlüpfen die Schüler_innen in die Rolle eines zu Unrecht des Mordes angeklagten mexikanischen Bauern, eines korrupten Richters, eines gekauften Zeugen und eines internationalen Prozess­beobachters. Das Rollenspiel orientiert sich dabei an dem realen Fall von Raúl Hernández, Mitglied einer indigenen Bauernorganisation in Südmexiko, welcher ein emblematisches Beispiel für die Kriminalisierung der sozialen Proteste darstellt. Gemeinsam mit vier weiteren Angeklagten saß Raúl Hernández mehr als zwei Jahre unschuldig im Gefängnis, bevor die großen nationalen und inter­nationalen Proteste maßgeblich zu seiner Freilassung beitrugen. Im Rahmen des Workshops lernen die Jugendlichen auf spielerische Art und Weise, inwiefern die Einhaltung rechts­staatlicher Prinzipien eine Grund­voraussetzung für Frieden und Gerechtigkeit darstellt.

>> Unter den folgenden Links finden Sie weitere Workshop­angebote für Jugendliche und Erwachsene zu den Themen Frieden und Partizipation